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Shareconomy:

Voll im Trend – teilen statt kaufen

Im Vergleich zu anderen Spezies zeichnet sich der Mensch durch besondere Kooperationsfähigkeit aus: Ab dem siebten Lebensjahr entwickelt er die Fähigkeit, gerecht zu teilen. Eine Fähigkeit, die zurzeit mehr und mehr Lebensbereiche erfasst: Ob wohnen, fahren oder reisen – immer öfter wird „gemeinsame Sache“ gemacht. Statussymbole büßen an Anziehungskraft ein, teilen statt kaufen ist „in“.

Voll im Trend – teilen statt kaufen
Susanne Ullrich
Brandwatch GmbH
 
Telefon: +49 (0) 711-912 44 171
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Voll im Trend – teilen statt kaufen
Marketing Manager Germany bei Brandwatch GmbH
Statt des gleichermaßen sinnlosen wie anstrengenden Ansammelns von Statussymbolen rückt die gemeinsame und nachhaltige Nutzung von Produkten und Leistungen in den Vordergrund. Persönliche Vorstellungen und Wünsche lassen sich dabei dennoch realisieren: Die modernen Informationstechnologien und sozialen Netze machen es möglich!

Schlagwörter (engl. „Buzz-Words“) für diesen Trend gibt es bereits zuhauf. Doch zeigte eine , erfasst von September 2012 bis März 2013, dass sich „Shareconomy“ als absoluter Leitbegriff der „Mein und dein"-Bewegung durchgesetzt hat (Quelle: Brandwatch).

Shareconomy: Idealismus trifft Einsparung

Viele schwimmen schon aktiv auf der „Teilen statt kaufen"-Welle mit, ohne sich dessen besonders bewusst zu sein. Meist geht es darum, Dinge oder Leistungen gemeinsam zu nutzen, mehr zu teilen und weniger zu besitzen. Die Motive sind teils idealistischer Natur – mit Blick auf Umwelt, endliche Ressourcen und interessante Kontakte –, teils entspringen sie dem Wunsch, Kosten zu sparen. Ähnlich, wie sich Menschen Sitzplätze in Bus oder Bahn teilen, wird das Konzept auf verschiedenste Bereiche des täglichen Lebens ausgedehnt. Der „kollaborative Konsum" beginnt beim Carsharing, geht über Wohnungs- und Zimmer-Marktplätze, Tauschbörsen für Kleidung oder Haushaltsgegenstände und reicht bis hin zu „Co-Working-Büros“, in denen sich Selbstständige Arbeitsflächen teilen.

Zur Shareconomy gehört auch die kollaborative Nutzung von Wissen, Erfahrungen und Daten: Dank moderner Technologien und unter Verwendung von Cloud-Diensten arbeiten Menschen weltweit zusammen, teilen Inhalte in sozialen Netzwerken, greifen gleichzeitig auf identische Dokumente zu und lassen Bewertungen anderer in Kaufentscheidungen einfließen. Das große Ganze zählt und bewirkt mehr als das Wissen des Einzelnen – und deshalb sind mehr Personen bereit, ihr Wissen zu teilen.

Keine Shareconomy ohne Vertrauen

Die wohl wichtigste Voraussetzung für das Shareconomy-Konzept ist Vertrauen. Während sich Menschen vor dem Abschluss eines Tauschgeschäftes bislang in die Augen sahen, Hände schüttelten oder Verträge unterschrieben, dient heute vor allem das soziale Profil einer Person als Entscheidungsgrundlage für eine kollaborative Aktion. Alles andere wäre vor dem Hintergrund rasanter und vor allem weltweiter Vernetzungen auch schwer vorstellbar.

Verschiedene Shareconomy-Dienste haben allerdings Sicherheitsmechanismen eingebaut, die einem Vertrauensmissbrauch einzelner Mitglieder der Community entgegenwirken. Doch bei Angeboten wie Couchsurfing oder Airbnb, bei denen man wildfremden Menschen sein Zimmer oder gar seine ganze Wohnung zur Verfügung stellt, bleibt Vertrauen das A und O. Die Tatsache, dass auch diese Konzepte große Erfolge aufweisen, lässt vermuten, dass ein gesellschaftlicher Wandel in puncto Vertrauen tatsächlich schon erfolgt ist.

So lebt der „radikale“ Shareconomist:

Natürlich wohnt er in einer WG. Morgens schlüpft er in seine neue Jeans, die er über „Kleiderkreisel“ ergattert hat. Anschließend gönnt er sich einen Kaffee aus seiner Espresso-Maschine. Die hat er bei tauschticket.de gegen seine nahezu unbenutzte Küchenmaschine eingetauscht. Über „Autonetzer“ organisiert er sich einen Flitzer, mit dem er zur Arbeit fährt – natürlich zu einem „Co-Working Space“. Erst kürzlich kam ihm eine interessante Geschäftsidee, die er, gemeinsam mit anderen, über Crowdfunding via Startnext finanzieren und dann verwirklichen möchte. In der Mittagspause geht es per „Call a Bike“ zum nächsten Imbiss. Abends organisiert er die Reise zu einer 300 Kilometer entfernten Geburtstagsparty. Über Mitfahrgelegenheit.de findet er ein passendes Angebot und sagt sofort zu. Bei der Suche nach einer Unterkunft entdeckt er bei „Airbnb“ ein schickes Apartment. Fehlt nur noch das Geburtstagsgeschenk, an dem sich natürlich verschiedene Freunde beteiligen werden. Über „friendfund“ organisiert er die Geldsammlung für das Gruppengeschenk. Fast geschafft, jetzt fehlt nur noch eine Überraschung für die kleinen Gäste. Bei Meinespielzeugkiste.de mietet er einige Outdoor-Spiele, mit denen die Sommerparty garantiert ein Erfolg wird. Glücklich und zufrieden geht er in die Küche und brät sich ein Schnitzel, das ihm ganz alleine gehört. Es sei denn, die Mitbewohnerin kommt jetzt hungrig nach Hause – dann wird geteilt.
Susanne Ullrich
Susanne Ullrich ist seit April 2012 als Marketing Manager Germany für den internationalen Social-Media-Monitoring-Anbieter Brandwatch tätig und verantwortet die deutschlandweiten Marketingaktivitäten des Tool-Anbieters. Zuvor arbeitete die Medienwirtschaftlerin bei einem Suchmaschinenspezialisten im Bereich Kommunikation & Kooperationen sowie in einer Agentur als Account Manager. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Unit Markt- und Trendforschung (Fachgruppe Social Media) im Bundesverband der Digitalen Wirtschaft (BVDW), Organisationsmitglied der Digital Media Women München und spricht auf diversen Social-Media-Veranstaltungen. Im Social Web ist sie bereits seit vielen Jahren aktiv und twittert unter @ullrichsusanne.
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