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Charisma:

Schritt für Schritt wachsen …

Wer über Charisma verfügt, hat’s gut: Man hört ihm oder ihr zu. Die frohe Botschaft: Auch wer kein besonderes Charisma in die Wiege gelegt bekommen hat, kann Wirkung lernen. Gefragt ist eine geradezu handwerkliche Konsequenz hinsichtlich des persönlichen Auftritts. futuremynd zeigt die wichtigsten Prinzipien.

Schritt für Schritt wachsen …
Man hat’s oder man hat’s nicht“ – das ist es, was vielen durch den Kopf schießt, wenn sie das Wort Charisma hören. Ein charismatischer Mensch ist schließlich etwas Seltenes. Er verfügt über diese angeborene, unfehlbare Ausstrahlung, dieses gewisse Etwas, diesen Charme, dem man sich kaum entziehen kann. Wo er auftaucht, halten alle anderen den Atem an, lauschen andächtig, manchmal sogar eingeschüchtert seinen Worten.

Doch die Ausgangsthese – man hat’s oder hat’s nicht – ist falsch. Sicher: Es gibt Naturtalente. Aber charismatische Wirkung ist auch durchaus erlernbar. Die erforderlichen Anlagen stecken sogar in fast jedem von uns: unter anderem Geselligkeit, Humor, Enthusiasmus und Empathie. Auf diesem Fundament aufbauend, kann man dann – ausgestattet mit dem erforderlichen Rüstzeug aus Tipps und Tricks – kontinuierlich an Eigenschaften arbeiten, welche kumuliert charismatische Wirkung erzeugen. Als da wären: Körperhaltung und -spannung, Kommunikationsverhalten, klare Meinungsäußerung und Aussprache und oft auch einfach das Vermeiden wirkungsschwächender Fehler.

Immer besser ins Spiel kommen ...

Zu charismatischen Menschen braucht man also nicht aufzublicken, sie sind absolut „down-to-earth“. Wer demnächst charismatischen Menschen „auf Augenhöhe“ begegnen möchte, sollte sich folgende Prinzipien zu eigen machen:

Charisma zu entwickeln, ist – wie so vieles im Leben – vor allem eines: harte Arbeit. Es erfordert Disziplin, Ambition und eine kompromisslose Konsequenz in der Vervollkommnung sowohl der eigenen Persönlichkeit als auch des persönlichen Auftritts. Darin liegt wohl auch der Grund für die handverlesene Seltenheit von Charismatikern – und die Chance, sich aus der Masse der anderen, der weniger Ambitionierten, hervorzutun.

Sprechen können wir alle, aber charismatische Menschen beherrschen die hohe Kunst verbaler und non-verbaler Kommunikation. Sie kleiden sich angemessen, bewegen sich angemessen, strahlen einen gewissen Stolz aus und finden in jeder Lebenslage die passenden Worte. Zum passenden Outfit kann ein Einkaufsberater, vielleicht aber auch eine konstruktiv kritische Freundin verhelfen. Sicherheit in der freien Rede gewinnt man durch den Besuch von ein, zwei Rhetorikkursen oder durch Gruppenarbeit. Darüber hinaus sollte man ein paar einfache Verhaltensmuster beachten: niemandem nach dem Mund reden, weil das mangelndes Zutrauen zur eigenen Urteilsfähigkeit dokumentiert. Andererseits ist es wichtig, Sympathien offen zeigen zu können: Wer uns spürbar sympathisch findet, hat viel bessere Chancen, auch von uns positiv beurteilt zu werden! Wer zu viel redet, wird dagegen oft nicht ernst genommen: Wichtiges geht im allgemeinen Wortschwall unter, deshalb ist weniger oft mehr! Auch phonetisch sauberes, prononciertes Sprechen steigert die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Das Gesagte klingt automatisch gewählter und bedeutungsvoller.

Mehr sein als scheinen – oder zumindest so tun

Charismatische Menschen sind oft Freunde des (kalkulierten!) Understatements: Sie prahlen nicht vordergründig, drängen sich auch nicht unangenehm in den Vordergrund und tragen ihr Geltungsbedürfnis – selbst wenn es oft gut entwickelt ist – nicht allzu offensichtlich zur Schau. Durch ihr selbstbewusstes Auftreten lassen sie allerdings nicht den geringsten Zweifel daran, dass viel in ihnen steckt. Selbst wenn sie ihrem Gegenüber überlegen sind, verzichten sie auf Arroganz und begegnen anderen stattdessen mit Offenheit, Wertschätzung, Respekt und echtem Interesse.

Wenn der Funke überspringt, war bestimmt ein charismatischer Mensch beteiligt, denn sein Enthusiasmus und Elan ist einfach ansteckend. Er engagiert sich leidenschaftlich für ein Thema, verfällt dabei aber nie in blinden Aktionismus. Widersacher werden nicht angebrüllt, sondern widerlegt. Immer das größere Bild im Blick, haben die Vorschläge des Charismatikers dennoch stets Hand und Fuß. Mit dieser scheinbar selbstverständlichen Souveränität verschafft er sich Gehör – und fungiert in der Gruppe als Quell der Inspiration und Motivation.

Mitarbeiters Darling?

Charismatiker sind die geborenen Chefs. Ihr zielorientiertes, selbstbewusstes Auftreten strahlt natürliche Autorität aus. Lob und Tadel kommunizieren sie offen und geradlinig und ihre integrative Art und Begeisterungsfähigkeit beflügeln die Fantasie, Motivation und Leistungsbereitschaft ihrer Mitarbeiter. Selbst Rückschläge und Probleme gehen sie offensiv an und behalten auch in Krisensituationen stets die Nerven und den Überblick. Trotz ihrer Führungsstärken und ihres bewundernswerten Vorbildcharakters sind charismatische Chefs oder Chefinnen aber keineswegs bei allen beliebt. Denn die Kehrseite ist: Durch ihr untadeliges Verhalten bieten sie zwar wenig Angriffsfläche, dafür aber umso mehr Raum für Neid! Und Neider gibt es überall. Ein „dickes Fell“ – zumindest aber ein Gespür für die Hintergründe solch (neidbedingter) Attacken – sind also auch für Charismatiker wichtige Voraussetzungen.

Trotz ihrer Fähigkeit zu visionärem Denken sind charismatische Menschen fast nie Träumer, die nach Luftschlössern greifen. Sie verfolgen meist realistische Ziele und planen, was wirklich machbar erscheint. Und ist das Optimum im ersten Anlauf nicht erreichbar, können sie sich auch über Etappensiege freuen. Eine wichtige Fähigkeit, insbesondere mit Blick auf das eigene Selbstbewusstsein! Wer sich jeden Abend seiner kleinen, aber persönlich errungenen Erfolge erinnert, entwickelt einen gesunden Stolz. Und wer darüber verfügt, ist schon auf dem besten Weg zu charismatischer Wirkung.


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