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Krankenversicherung im Ausland:

Neue Lösungen gegen Kostenrisiken

Ein schwieriges Thema ist der Krankenversicherungsschutz im Ausland schon lange. Hinzu kommt, dass die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten seit 1. Januar 2013 keine kostenlose private Auslandsreise-Krankenversicherung mit weltweiter Geltung mehr anbieten dürfen. Gegen die erheblichen Kostenrisiken seitens des Arbeitgebers kann ein neuartiges privates Auslandskrankenversicherungs-Konzept Abhilfe schaffen.

Neue Lösungen gegen Kostenrisiken
Bekannt ist es schon seit Februar 2012, ins Bewusstsein dringt es jedoch bei vielen erst jetzt: Gesetzliche Krankenkassen (GKV) dürfen ihren Versicherten keine kostenlose private Auslandsreise-Krankenversicherung mit weltweiter Geltung mehr anbieten. Dafür gesorgt hatte – als zuständige Aufsichtsbehörde – das Bundesversicherungsamt. Und dessen Rechtsauffassung teilte und bestätigte auch das Bundesgesundheitsministerium. Das Argument: Für das kostenlose Angebot einzelner Kassen gäbe es „keine gesetzliche Ermächtigung“. Der Hintergrund: Der normale Auslandskrankenschutz der gesetzlichen Kassen gilt nur für EU-Länder und Staaten, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Die EU empfiehlt die Beantragung der kostenlosen „Europäischen Krankenversicherungskarte“ bei der jeweils zuständigen GKV.
Aber auch innerhalb Europas konnten und können Patienten zusätzlich zur Kasse gebeten werden: Die GKV zahlt oft nur einen Bruchteil der Behandlungskosten, außerhalb von Europa in der Regel gar nicht. So ist beispielsweise grundsätzlich kein Krankenrücktransport in eine deutsche Klinik versichert – eine Leistung, die bis zu 100.000 Euro kosten kann. Im schlimmsten Fall kann das Fehlen einer zusätzlichen Absicherung also zum Ruin führen.

Auswirkungen und Lösungsmöglichkeiten für Geschäftsreisende

Die Zahl Geschäftsreisender und sogenannter entsendeter Arbeitnehmer ist schon heute hoch – und sie wird im Zuge der Globalisierung weiter steigen. Unternehmen sind gut beraten, Geschäftsreisen sowie die Entsendung, aber auch die Aufnahme von Expatriates, vorausschauend zu planen. Das gilt selbstverständlich auch für das Krankheitsrisiko im Ausland. Viele Unternehmen entsenden ihre Mitarbeiter ins Ausland als:

  • kurzfristige Dienst- und Geschäftsreisende oder
  • beruflich Entsendete, mittelfristig vor Ort im Unternehmen eingesetzt oder
  • Spezialisten, die dauerhaft ihr Unternehmen im Ausland repräsentieren.

In aller Regel war aber weder der Versicherungsschutz der GKV noch der der privaten Krankenversicherungen für reisende oder entsendete Mitarbeiter ausreichend: Erkrankt ein Mitarbeiter im Ausland, muss der Arbeitgeber laut Gesetzgebung in Vorleistung treten. Erst durch ein langwieriges, bürokratisches Verfahren werden die entstandenen Kosten von den Krankenkassen erstattet – und auch das oft nur zum Teil. Auch herkömmliche private Auslandsreise-Krankenversicherungen helfen nicht weiter: Sie sind immer nur Basis- oder Notfallversicherungen für während der Reise neu auftretende Krankheiten und Unfälle. Vorerkrankungen und Vorsorgeuntersuchungen sind somit fast nie im Leistungsspektrum enthalten!
Aber es gibt neue Lösungsmöglichkeiten: Mit Auslandskrankenversicherungen können Travel Manager für ihr Unternehmen das ansonsten unkalkulierbare Risiko „Mitarbeitergesundheit im Ausland“ in den Griff bekommen. Mit einem entsprechend gestalteten privaten Auslandskrankenversicherungskonzept versichern die Unternehmen folgende Bereiche bzw. Situationen:

  • Reisen aus Deutschland heraus ins weltweite Ausland,
  • Gäste und Besucher aus allen Ländern, welche nach Deutschland und in alle anderen Schengen-Staaten (EU) einreisen,
  • Reisende weltweit.

Möglich und allemal sinnvoll ist dabei vor allem die Unterscheidung und präzise Auswahl von Ultrakurzzeit-, Kurzzeit- und Langzeitreisetarifen! Auf jeden Fall sollte außerdem in den Versicherungsbedingungen der Auslandskrankenversicherung ein begründeter Rücktransport der versicherten Person ins Heimatland geregelt sein. Folgende weiteren Faktoren können bei einer Reise oder Entsendung ins weltweite Ausland von Bedeutung sein:

  • Ausreichend lange Erstversicherung, um dadurch Anschlussverträge bzw. Verlängerungen zu vermeiden.
  • Rechtzeitiger Abschluss der Auslandskrankenversicherung vor Reisebeginn, da einige Produkte nach bereits erfolgter Ausreise nicht mehr abgeschlossen werden können.
  • Präzisierung der Reiseregion (Besondere Bedeutung der NAFTA-Staaten (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen) wegen extrem hoher Kosten im Gesundheitswesen).
  • Einreisebestimmungen einzelner Staaten (insbesondere der Schweiz mit Aufenthalt von maximal drei Monaten außerhalb der kantonalen Pflichtversicherung).
  • Regelung der Krankenversicherung bei kurzfristigen Unterbrechungen der Auslandsreise zu Besuchszwecken im Heimatland (Heimatdeckung).

Für eine größere Anzahl von Auslandsreisen, die sich auch über einen längeren Zeitraum erstrecken können, sollten sich Travel Manager nach individuellen Gruppenvertragskonzepten, abstimmbar auf unternehmensspezifische Bedürfnisse, erkundigen.


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