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Sixt vorneweg

Mobilitätsanbieter der Zukunft

Wenn Konstantin Sixt Gas gibt, ist er meistens auf dem Weg in eine von über 500 deutschen Sixt Stationen. Aber auch strategisch befindet sich Sixt auf der Überholspur, insbesondere im World Wide Web. Als E-Commerce-Verantwortlicher nutzt er den immer schnelleren Austausch von immer größeren Datenmengen, um Mobilität intelligenter zu machen. futuremynd nutzte einen Boxenstopp und sprach mit Konstantin Sixt über Mobilitäts-Apps, intermodales Reisen und persönliche Reisekilometer

Mobilitätsanbieter der Zukunft
futuremynd: Der Mobilitätsdienstleister Sixt war einer der ersten Anbieter weltweit, der eine Mietstation auf dem Smartphone eröffnete: die Sixt App für Ihr iPhone. Das war im Jahr 2010. Mit welcher Innovation bestätigt Sixt aktuell seine Position als Innovationsführer?

Konstantin Sixt: Wir entwickeln unsere Applikationen permanent weiter und bieten unseren Kunden immer wieder neue Funktionen. Im Jahre 4 nach unserer ersten App sind wir noch besser in der Lage, den Mobilitätsbedarf unserer Kunden ganzheitlich zu betrachten und abzudecken. Das bedeutet, dass wir je nach Bedarf die ideale Mobilitätsform anbieten können – sei es Carsharing, Autovermietung, Leasing oder den persönlichen Fahrservice myDriver.

Sixt unlimited zum Beispiel vereint Autovermietung und Leasing und funktioniert letztlich wie eine Mietwagen-Flatrate. Damit können unsere Kunden jederzeit ein Sixt Fahrzeug nutzen, unabhängig vom Land, in dem sie sich befinden, oder von der Dauer, für die sie es benötigen.

Mobilität wird immer intelligenter, aber das eigentliche Problem ist, zumindest in der Stadt, einen Konstantin Sixt: Parkplatz zu finden. Ist so ein Thema für Sixt auch relevant?

Absolut. Zum einen wird der Parkraum in den Städten immer knapper und muss oftmals teuer bezahlt werden. Zum anderen wird auch der Unterhalt eines eigenen Fahrzeugs immer teurer – Anschaffung, Treibstoff, Versicherungen, Reparaturen.

Das ist ein wesentlicher Grund, warum wir unser Premium Carsharing DriveNow entwickelt haben. Unsere Kunden können die Fahrzeuge in der Stadt einfach per Smartphone buchen, nutzen und an einem beliebigen Ort wieder abstellen. Zudem arbeitet DriveNow eng mit Städten und Gemeinden zusammen und kann kommunale Parkflächen nutzen.

Welche Rolle spielt in Ihren strategischen Überlegungen ein Begriff wie „intermodales Reisen“, also die Gestaltung von Reiseketten durch die optimale Verknüpfung vorhandener Mobilitätsdienstleistungen?

Konstantin Sixt: Genau betrachtet setzt Sixt seit jeher auf die Verknüpfung vorhandener Verkehrsmittel. Nicht zufällig richteten wir sehr früh unsere Vermietstationen an Bahnhöfen und Flughäfen ein.

Mit DriveNow arbeiten wir jetzt sehr intensiv daran, das Automobil mit anderen Verkehrsträgern zu verknüpfen. Unser Ziel besteht darin, dass unsere Kunden bequem und ohne Zeitverzögerungen zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln wechseln können und somit möglichst reibungslos ans Ziel kommen. Dabei helfen Kooperationen mit lokalen und regionalen Verkehrsverbünden.

Den Vermietprozess vereinfachen und das Leasing transparenter machen: Das bedeutet hohe Investitionen in eine leistungsfähige IT-Struktur. Stemmt Sixt das alleine?

Konstantin Sixt: Wir stehen der Zusammenarbeit mit Telekom-Dienstleistern grundsätzlich offen gegenüber. Durch unsere Kooperationen bieten wir unseren Kunden Online-Lösungen wie zum Beispiel die einfache Fahrzeuganmietung per Smartphone bei DriveNow. Für diese Leistung erhielten wir auf dem Mobile World Congress in Barcelona übrigens den renommierten Global Mobile Award. Infolge einer solchen Kooperation waren wir auch in der Lage, unsere Kunden in BMW-Mietwagen exklusiv in den Genuss von Highspeed-Internet per LTE-Hotspot kommen zu lassen.
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Was lernt Sixt von seiner Präsenz in den USA, dem klassischen Autovermietmarkt?

Konstantin Sixt: Der Kunde ist der Boss – dieses Credo gilt seit der Unternehmensgründung von Sixt im Jahr 1912. Wir entwickeln unsere Produkte und Services grundsätzlich unter dem Aspekt des größtmöglichen Kundennutzens. Insofern vertritt Sixt seit jeher eine recht amerikanische Servicementalität. Was wir aber vielleicht neu auf den Kontinent mitbringen: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten hart daran, die Kunden wirklich zu „ihren“ Kunden zu machen und Lösungen für deren Wünsche und Bedürfnisse zu finden. Das ist es, was Sixt ausmacht – auch in den USA.

Inwieweit kann oder will ein herstellerunabhängiger Mobilitätsdienstleister wie Sixt Einfluss auf Autohersteller nehmen, Stichwort Elektroauto?

Konstantin Sixt: Wir sind nicht da, um etwas zu fordern, wir sehen uns eher als Marktforscher. Autohersteller erfahren durch die Nachfrage bestimmter Marken und Typen bei Sixt, welche Fahrzeuge und welche technologischen Entwicklungen besonders beliebt sind. Immerhin nutzen unsere Kunden die Autovermietung auch, um ein neues Fahrzeug ausgiebig kennenzulernen und zu testen. Darüber hinaus arbeiten wir aber permanent an Lösungen, die unseren Kunden künftig deutliche Mehrwerte auf ihren Reisen bieten können. Für DriveNow arbeiten wir intensiv auch mit den Autoherstellern zusammen.

Der Mobilitätsmacher Konstantin Sixt wird dieses Jahr geschäftlich und privat mehr/weniger reisen?

Konstantin Sixt: Mehr. Immer mehr. Ich verantworte das Internetgeschäft von Sixt und bin somit natürlich viel virtuell unterwegs. Gleichzeitig leite ich aber auch unseren Vertrieb in Deutschland. Das bedingt, dass ich mindestens die halbe Woche auch auf der Autobahn unterwegs bin, natürlich mit unseren Autos, auf dem Weg zu unseren Kunden. Und natürlich setzen wir bei Sixt alles daran, noch erfolgreicher zu werden. Deshalb bin ich nur zu gerne bereit, jederzeit die sprichwörtliche Extra-Meile zu gehen.

Konstantin Sixt * 1982, Managing Director Sales & E-Commerce, studierte in Genf, Paris und London, trat im Jahr 2005 in die Sixt AG ein und verantwortet seitdem das Online-Geschäft des Unternehmens. Seit 2013 ist er Leiter des Deutschland-Vertriebs.