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Ergebnisse des VDR-TrendsPort 2012:

Mobilität braucht Kommunikation

uturemynd war dabei, als der 5. VDR-TrendsPort tagte. Dieser hochkarätige Zukunftsworkshop analysiert für die Bereiche Mobilität und Business aktuelle Trends und dechiffriert zukünftige Entwicklungen. Die Ergebnisse sind – auch unternehmensstrategisch – zukunftsweisend. Ein Überblick.

Mobilität braucht Kommunikation
Welche Trends kommen auf die Geschäftsreisewelt zu? Welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus? Wie können sich Branche und Unternehmen darauf einstellen? Diesen zentralen Fragestellungen stellten sich vom 5. bis 7. Juli insgesamt 16 ausgewählte Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen des Business-Travel, die sich zum 5. VDR-TrendsPort versammelten. Unter dem Motto: „Zukunft denken und handeln“ blickten sie gemeinsam bis in das Jahr 2025. Unter der Leitung der Szenario-Trainer Ludger Bals (IBC Innovative Business Concepts) und Nicole Habich-Pfeifer (a:head Servicepartner für Strategieforen) erarbeitete dieser „Think Tank“ für Zukunftsthemen rund um die Geschäftsreisewelt neun wichtige Trends.
„Hier wird keine Science- Fiction entworfen“, erläutert VDR-Präsident Dirk Gerdom. „Es geht um Denkanstöße, Handlungsempfehlungen und Strategien für die Praxis, die sich vielleicht schon morgen umsetzen lassen.“

Neun prägende Trends:

Der mobile Reiseberater

Reisende wollen eine verkehrsträgerübergreifende Informationsversorgung, die ihnen Echtzeitinformationen auf mobile Geräte liefert. Die Unternehmen entwickeln zusehends mehr Interesse daran, dass Anbieter universelle Schnittstellen schaffen, damit integrierte und intuitive Oberflächen für unterschiedliche Medien zunächst herstellbar und dann verfügbar sind.

Wertschöpfende Faktoren: Nachhaltigkeit und ausgeglichene, zufriedene Mitarbeiter

Nachhaltigkeit wird zusehends selbstverständlich in den Unternehmenszielen verankert und im Kampf um Fachkräfte als Argument genutzt. Mitarbeiter, die Ressourcen sparen, können sich über Incentives freuen. Unternehmen wissen, wie wertvoll eine gelebte Work-Life- oder besser Life-Work-Balance ist, und fördern den Einklang von Beruf und Familie. Die Bedeutung traditioneller Statussymbole ist rückläufig.

Unternehmen geben Sicherheit, entwickeln Gesundheits- und Präventionsprogramme

Arbeitgeber sind gezwungen, ihre „unternehmerische Sorgfaltspflicht“ neu zu definieren – unter anderem vor dem Hintergrund veränderter Umwelteinflüsse, politisch sensibler Regionen sowie der Überalterung der Gesellschaft. Im „War for Talents“ entwickeln Unternehmen Gesundheits- und Präventionsprogramme – Sicherheit und Motivation der Mitarbeiter stehen im Fokus. Eine Reiserichtlinie 3.0, entwickelt von allen Beteiligten am Geschäftsreiseprozess und den Reisenden selbst, integriert Social-Media-Komponenten und sorgt für Mitarbeiterbindung und hohe Durchsetzbarkeit.

Revolution an der Kasse

Die Kreditkarte wird von mobilen Zahlungsformen (Mobile Payment) via Smartphone abgelöst. Da der Bezahlvorgang im Business Travel viele sensible Prozesse zentral berührt, werden die bevorstehenden Innovationen auch Auswirkungen auf die Prozesse selbst haben. Für Unternehmen wird es zusehends wichtig, entsprechende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die damit korrespondierenden Prozesse aktiv zu lenken.

Regionalisierung

Weil die Globalisierung unbeherrschbar scheint, entwickelt sich parallel dazu ein Trend hin zu überschaubaren nationalen und regionalen Märkten – sowohl wirtschaftlich und politisch als auch gesellschaftlich. Neben „Made in Germany“ entwickelt sich auch ein Trend zum „Bleib in Germany“. Anbieter reagieren mit entsprechenden Angeboten, regionalem Know-how und Vor-Ort-Beratung.
Wissen erlangen und teilen Unternehmen müssen auf die demographische Entwicklung mit der Sicherung von Know-how und der Rekrutierung qualifizierten Personals reagieren. Für die Nachwuchsausbildung und einen optimierten Wissenstransfer, der zusehends auch interdisziplinären Anforderungen genügen muss, stehen ihnen verstärkt Wissensdatenbanken im Wiki-Stil zur Verfügung. Hinzu treten neuartige Paten- und Mentorenprogramme.

Nachhaltigkeit prägt das Image im Bereich Mobilität

Wirtschaftlichkeitsaspekte dominieren noch vielfach konzeptionelle Maßnahmen zu nachhaltiger Mobilität. Doch die Öffentlichkeit ist längst sensibilisiert – mit möglichen Auswirkungen auch auf das Image des Geschäftsreisemarktes – allen voran die Bereiche Flug und Mietwagen. Unternehmen reagieren verstärkt mit der Implementierung virtueller Kommunikationstechniken und -verfahren. Der „ökologische Fußabdruck“ gewinnt an Relevanz, Nachhaltigkeitsbeauftragte prägen das Thema Mobilität. Systemanbieter nehmen die Herausforderung an, für sämtliche Mobilitätsprodukte auch CO2-Emissionswerte auszuweisen, damit diese in den Buchungsprozess integriert werden.

Soziales und finanzielles Engagement schafft Stabilität

Politisch instabile Länder sind Zeitbomben – gesellschaftlich, humanitär und wirtschaftlich. Unternehmen und Organisationen wie auch die gesamte Gesellschaft haben jedoch ein vitales Interesse daran, den sicheren Austausch von Waren, Gütern und Dienstleistungen zu gewährleisten. Das lässt sich nur durch vielfältige Zusammenarbeit sowie soziales und finanzielles Engagement in gefährdeten Regionen erreichen. Unternehmen verankern entsprechende Intentionen in ihrer Unternehmensphilosophie.

Unternehmen entwickeln Strategien gegen Anbietermonopole

„Wer kommuniziert, führt!“ Einige wenige global agierende Anbieter werden voraussichtlich die Märkte der Zukunft dominieren. Über gezielte Kommunikation, soziale und Firmen-Netzwerke sowie Transparenz bei der gesamten Travel-Prozesskette können Unternehmen ihr Know-how austauschen und ihre Einkaufsinteressen bündeln – und so verhindern, dass wenige Anbieter die Steuerung übernehmen.

Eine ausführliche, 22-seitige Ergebnisdokumentation des VDR-TrendsPort 2012 erschien im Oktober. Sie findet sich im Internet unter www.vdr-trendsport.de.


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