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VDR-Geschäftsreiseanalyse 2012:

Mehr Kurzreisen – mehr Stress

In Großunternehmen sinkt die Zahl reisender Mitarbeiter. Dafür steigt die Zahl eintägiger Reisen – und damit der Stress betroffener Mitarbeiter. Aber das sind nur zwei Erkenntnisse von vielen, welche die aktuelle VDR-Geschäftsreiseanalyse geliefert hat.

Mehr Kurzreisen – mehr Stress
Geschäftsreisen sind ein zentraler Wirtschaftsfaktor – sie schaffen und sichern Arbeitsplätze. Um diese Erkenntnis kommt niemand herum, der sich auf das Thema Geschäftsreisen einlässt. Allein 2011 wurden von Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern 163,9 Millionen Geschäftsreisen im Wert von 44,8 Milliarden Euro gebucht! Zwei von drei dieser Reisen finden innerhalb Deutschlands statt. Im letzten Jahr gab jeder Geschäftsreisende dabei durchschnittlich 148 Euro pro Tag aus – im Vergleich zu 2010 immerhin 21 Euro mehr pro Tag. Dennoch stiegen die Gesamtkosten für Geschäftsreisen – unter anderem durch ein erhebliches Plus bei den Ein-Tages-Reisen (= 54,5 Prozent) – nur um moderate 3,1 Prozent. Seit inzwischen zehn Jahren liefert die Geschäftsreiseanalyse des Verbands Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR) Daten, die den Markt für Geschäftsreisen abbilden. Zugleich beeinflusst sie zukünftige Entwicklungen, weil sie Trends bereits in ihrer Entstehung aufzeigt und sich daraus Handlungsempfehlungen ableiten lassen – für Unternehmen, für Travel Manager, nicht selten aber auch für die Politik. Vielfach geht es um die Bedingungen, unter denen Geschäftsreisen stattfinden, oft aber auch um notwendige Weichenstellungen zur Optimierung des Return on Invest!

Kostensenkungspotenziale ausgereizt

Erst erkennen, dann handelnVorhandene Kostensenkungspotenziale halten allerdings neun von zehn im Rahmen der Analyse befragten Geschäftsreiseverantwortlichen inzwischen . „Die Unternehmen haben ihre Kompetenz im Umgang mit den Reisekosten verbessert, sodass an vielen Stellen das Ende der Fahnenstange erreicht ist“, erklärt VDR-Präsident Dirk Gerdom die Entwicklung. Entsprechend positive Resultate erzielen Travel Manager insbesondere durch akribische Preisvergleiche, Einhaltung der jeweiligen Budgets und genaues Controlling. Bei den Buchungen dominieren Economy auf Langstrecke und bei den Hotelbuchungen in Deutschland der 3-Sterne-Standard. Dagegen haben im Fünfjahresvergleich 2006 zu 2011 die Low-Cost-Airlines als wirksame Kostensenkungsmaßnahme am stärksten an Zuspruch verloren. Neben den Reisekosten geht es schließlich auch um Faktoren wie Sicherheit, Effizienz und Work-Life-Balance – und die sind für den bestmöglichen Wertbeitrag einer Geschäftsreise unverzichtbar.

Geschäftsreisen bleiben unverzichtbar

Doch wie relevant sind Geschäftsreisen angesichts virtueller Konferenzen und mobiler Datennutzung heute überhaupt noch? Schon 2007 sagten zwar 65 Prozent der befragten Unternehmen, dass virtuelle Meetings für sie „alltäglich“ seien, dennoch gelten Geschäftsreisen als unverzichtbar: 2011 schätzen neun von zehn Unternehmen, dass eine Reduzierung von Geschäftsreisen um beispielsweise 50 Prozent auch zu Umsatzverlusten von bis zu 50 Prozent und mehr führen würden. Mehr als jeder dritte Befragte geht für 2013 sogar von einem steigenden Bedarf im Hotel- (32 Prozent) und Flugbereich (35 Prozent) aus. Ein zentrales Thema ist die konsequente Integration aller Kostenfaktoren in zentrale Abrechnungssysteme: So erwarten beispielsweise 53 Prozent der Firmen, dass mobile Kommunikation in den nächsten fünf Jahren von der Planung bis zur Abrechnung integrierbar sein wird. (siehe auch „Travel Management und Digitalisierung“) Neben den jährlichen Vergleichszahlen zu Kostenstrukturen der betrieblich bedingten Reisen und Positionierung des Travel Managements im Unternehmen enthält die diesjährige Jubiläumsausgabe zentrale Erkenntnisse zu aktuellen Entwicklungen im Markt wie Nachhaltigkeit, Car Sharing und mobile Kommunikation.


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