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Gute Idee: Entschleunigung

Den Wunsch, das Leben zu entschleunigen, hört man jetzt häufiger. Und wir haben sogar eine Ahnung, was das für uns bedeuten könnte. Andererseits ist es gar nicht so leicht, auf die Bremse zu treten, wenn uns die anderen ständig überholen wollen. Unsere Ziele sind generell höher gesteckt, wollen schneller erreicht werden. Wir haben Angst, dass wir es nicht schaffen. Nicht nur dem beruflichen Druck müssen wir standhalten, auch privat fühlen wir uns gehetzt von einem Leben, das wir uns selbst erschaffen haben.

Gute Idee: Entschleunigung
Unsere Ansprüche: schöner wohnen, Designer-Mode, tolle Autos, exklusive Reisen und kulinarische Highlights. Man lebt schließlich nur einmal und gönnt sich ja sonst nichts. Wir arbeiten hart und machen viele Überstunden. Was von unserer freien Zeit übrig bleibt, wollen wir intensiv nutzen und doppelt genießen. Deshalb läuft vieles parallel. Multitasking fühlt sich toll an, entspannt aber so ganz und gar nicht. Während wir essen, checken wir auf dem Smartphone die neuesten Apps, „liken“, kommentieren, teilen, damit auch wirklich jeder mitbekommt, was wir tun und lieben.

Wir sind schneller, aktiver, mobiler und kommunikativer. Und müssen es auch sein. Unser Umfeld erlaubt es kaum, nicht mitzumachen. Wir empfinden Unbehagen. Wir lächeln spöttisch über den Zeitgeist, sind aber mittendrin und machen munter mit. Wir sind 24 Stunden auf Empfang und immer da, wenn man uns braucht. Aber morgens fühlen wir uns schon beim Aufstehen müde.

Und die Frage drängt sich auf: Bin ich so glücklich?

Jetzt im Winter, wenn wir es uns zu Hause so richtig gemütlich machen, ergibt sich eine wunderbare Gelegenheit, Entschleunigung auszuprobieren. Wir erkennen wieder, wie wertvoll und fantastisch alltägliche Handlungen wie Essen, Bewegung, Ruhe und Nichtstun sein können.

Fünf Entschleunigungstipps:

  • Essen Sie langsam, ohne gleichzeitig zu lesen, fernzusehen oder im Internet zu surfen.
  • Bewegen Sie sich bewusst und versuchen Sie, sich dabei zu fühlen. Es muss ja nicht gleich die Anmeldung im Fitnessstudio sein. Auch ein Spaziergang kann Seele und Körper entspannen.
  • Grübeln und denken Sie nicht dauernd über gestern nach. Genießen Sie das Hier und Jetzt.
  • Gönnen Sie sich Zeit und Ruhe. Ein Schaumbad mit Kerzenlicht, ein gutes Buch oder Ihr Lieblingsgetränk bei Ihrer Lieblingsmusik. (Auch für Männer geeignet!)
  • Die größte Herausforderung ist und bleibt: das Nichtstun. Tatsächlich einmal gar nichts tun! Bei einer Tasse Kaffee aus dem Fenster schauen … Vielleicht fallen dicke Schneeflocken langsam und sanft auf die Erde. Oder es regnet … dann lauschen Sie den Tropfen, die der Wind gegen das Fenster weht …
Viel Glück!