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Hochkarätige Frühjahrstagung des VDR zeigt Herausforderungen für den Geschäftsreisemarkt

Frischer Wind aus Leipzig

Die Distribution von Reiseleistungen ist dabei, sich grundlegend zu verändern – und auf das Travel Management kommt die Aufgabe zu, diesen Wandel in Übereinstimmung mit den Unternehmenszielen in die täglichen Abläufe zu integrieren. Das ist das zentrale Ergebnis der Frühjahrstagung für Geschäftsreise- und Mobilitätsmanagement in Leipzig.

Frischer Wind aus Leipzig
Unter dem Motto „Distribution – Direkt – Dynamisch“ hatten sich rund 250 Mitglieder und Gäste des GeschäftsreiseVerbands zur Frühjahrstagung im pentahotel in Leipzig getroffen. In zahlreichen Vorträgen und Workshops ging es zwei Tage lang um die Zukunft der Distribution, aber auch um Corporate Carsharing 2.0 mit Near-Field-Technologie und Radio Frequency Identification, die neuen Strategien von Deutscher Bahn und Germanwings sowie darum, wie Unternehmen ihre Reiserichtlinie mit grünen Elementen anreichern können.

Zwei Mal im Jahr tagt der GeschäftsreiseVerband VDR – im Frühjahr im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des VDR. Turnusgemäß wurde in der diesjährigen Mitgliederversammlung ein neues Präsidium gewählt. Dirk Gerdom, Senior Director und Head of Commodity Procurement Global Mobility bei SAP, wurde zum zweiten Mal zum VDR-Präsidenten gewählt. Seine Präsidiumskollegen bleiben Ralph Rettig, Senior Manager Corporate Travel Management ZF Group bei der ZF Friedrichshafen, Bernd Ruttloff, Leiter Team Mobility beim Baukonzern HOCHTIEF, und Daniela Schade, Senior Vice President Sales & Distribution Central Europe bei Accor. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn die VDR-Mitglieder hinter dem Kurs des Präsidiums stehen. Mit der Wiederwahl haben sie uns und vor allem auch mir als Präsidenten großes Vertrauen ausgesprochen“, sagt Dirk Gerdom. „Jetzt gilt es, diesen Rückhalt weiter zu nutzen und gemeinsam mit den engagierten Mitgliedern unseren Verband weiter nach vorne zu bringen.“ Auf der Agenda seiner zweiten Amtszeit steht neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Serviceangebote des VDR auch die Entwicklung hin zu einem zukunftsfähigen Verband. Dazu will der VDR sein Mitgliedschaftsmodell überdenken und viel Energie in sein neues Marketing-Medium futuremynd stecken.

„Return to Sender“ – die Bettensteuer!

Zu einem zukunftsfähigen Verband gehört es auch, Missstände aufzuzeigen. So verleiht der VDR seit 2012 einmal im Jahr den Preis für das Geschäftsreise-Ärgernis des Jahres. Mit der Aktion will der Verband auf ein Ereignis aufmerksam machen, was die Geschäftsreisewelt besonders bewegt hat. „Wir wollen das Bewusstsein schärfen für negative Auswirkungen auf Unternehmen mit Dienstreisenden, auf den Geschäftsreisemarkt und auf die deutsche Wirtschaft insgesamt“, so Hans-Ingo Biehl, Hauptgeschäftsführer des VDR. In diesem Jahr war die Bettensteuer mit ihren aktuellen Ausgestaltungen der größte Aufreger.
Der Negativ-Preis „Return to Sender“ wurde auf der Frühjahrstagung deshalb symbolisch an alle Städte überreicht, die die kommunale Übernachtungssteuer erheben. An der Spitze der Rangliste standen nach der Abfrage unter den VDR-Mitgliedern nach der Bettensteuer mit großem Abstand Zusatzkosten, sogenannte Ancillary Fees (19 Prozent), und Datenschutzprobleme in Firmenverträgen (15 Prozent). Die VDR-Mitglieder nannten aber auch konkret das „Reisekostenrecht-Hin-und-Her“, die „Unfähigkeit der Politik, Bürokratieabbau zu betreiben“, „verkürzte Ticketausstellungsfristen“ und die „unüberlegte Germanwings-Strategie der LH“.

Verschärfter Kampf um Kunden – mit neuen Vertriebsstrategien

Der zweite Tag der Veranstaltung stand ganz im Zeichen der neuen Rollenverteilung im Reiseverkauf. „The Future of Distribution“, eine Vortragsreihe mit anschließender Diskussionsrunde, hat Antworten auf die Fragen gegeben, wer welche Rolle im Kampf um den Kunden übernimmt und welche Mittler wegfallen, wenn sich die Vertriebsstrategien ändern.

„Es war spannend zu hören, mit wie vielen Ideen und Möglichkeiten die Leistungsträger gerade den Vertrieb von Reiseleistungen verändern“, sagt Dirk Gerdom, frisch wiedergewählter Präsident des VDR. „Es bleibt zu hoffen, dass sie dabei nicht nur die eigenen Vorteile und Prozesse im Blick haben, sondern auch die Kosten ihrer Kunden. Letztlich bedeutet jede Verteuerung der Gesamtprozesse, dass sie weniger Reiseleistungen nachfragen.“

Zu einem abschließenden Ergebnis kam die Tagung nicht – wie auch. „Die Themen gehen nicht aus und müssen mit Know-how begleitet werden“, fasst Dirk Gerdom zusammen. „Ich sehe für den Verband Deutsches Reisemanagement eine glänzende Zukunft. Denn andere Verbände leisten das nicht.“

Weiterführender Link:http://www.vdr-service.de/veranstaltungen/tagungen/mehr/?folderid=294&eid=151&oid=63&edid=150

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