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Social-Media-Marketing

Freunde trotz Facebook

Die Web-Communities sind gar nicht so unkritisch, wie manche denken. Dass Facebook im Februar 2014 WhatsApp für 19 Milliarden Dollar schluckte, empfanden viele User als extrem uncool. Von heute auf morgen war das tolle Image von WhatsApp weg. Und das von Facebook war nicht unbedingt besser. Ein Drittel der 450 Millionen WhatsApp-Kunden denkt über einen Wechsel zu anderen Messenger-Diensten nach. Facebook ist für viele, die das Internet nutzen, ein rotes Tuch.

Freunde trotz Facebook
Was die WhatsApp-Gemeinde besonders nervt, ist, dass Facebook die Spielregeln des Social Webs immer wieder neu definiert. Es geht um langfristige Datenspeicherung und fehlende Datensicherheit. Das Facebook-Motto „Eine offene und vernetzte Welt“ hört sich unter dem Aspekt des Schutzes von Persönlichkeitsrechten an wie die Vorwegnahme von Datenlecks. Für den „Freundschaftsschließer“ unter den Social-Media-Anbietern ist das kein gutes Zeugnis.

Dass man sich im Social Web trotzdem Freunde machen kann, beweisen Unternehmen, wenn sie zu Social Enterprises werden und einen kontinuierlichen Dialog führen. Dieser Dialog ist Faszination und Antrieb des Social Webs.

Sympathisch

B&B HOTELS, Wiesbaden, riefen über die eigene Facebook-Seite auf, eine Liebeserklärung zum Valentinstag, dem Tag der Liebenden, zu verfassen. Zur Belohnung für die kreativsten Teilnehmer gab es Übernachtungsgutscheine im B&B Hotel Heidelberg zu gewinnen. Der Aufruf wurde über 3.000 Mal geteilt. Oliver Goslich, Director of Sales & Marketing: „Eine sympathische Idee, die Lust auf einen Mini-Break in einer der schönsten deutsche Städte machte – auch wenn nicht jeder, der teilnahm, gewinnen konnte.“

Sportlich

Der japanische Sportartikelhersteller Asics entwickelte für den New York Marathon die Kampagne „Support Your Marathoner“. Die Läufer registrierten sich über Facebook oder Twitter, legten eine Profilseite an und baten um Beiträge von Freunden und Verwandten. Diese konnten über ihre eigenen Facebook- und Twitter-Accounts aufmunternde Botschaften, Videos, Bilder und Texte posten.

Vor dem Start bekamen alle Läufer ein RFID-Tag, das sie entweder an der Startnummer oder einem Schuh befestigten. Passierte der Läufer auf der Strecke bestimmte Meilensteine mit Sensoren, wurde ihm seine persönliche Botschaft auf riesigen LED-Bildschirmen gezeigt. Die Reaktion der Asics-Läufer: Freude, Tränen und mehr Kraft, um nach 42 Kilometern noch besser über die Ziellinie zu kommen.

Lecker

In Großbritannien lieferte die Kette Domino’s Pizza Kunden einen guten Grund, sich an einer Twitter-Kampagne zu beteiligen: Je öfter der Hashtag #letsdolunch getwittert wurde, desto billiger wurde die angebotene Pizza Pepperoni Passion.

Pro Tweet wurde der ursprüngliche Preis der Pizza um einen Penny gesenkt. Diese Twitter-Aktion dauerte insgesamt nur zwei Stunden, brachte insgesamt aber so viele Tweets, dass der Preis um 50 % auf £ 7,74 sank. Domino’s gelang es mit dieser einfachen Mechanik, dem Kunden nicht nur einen Anreiz zur Teilnahme, sondern gleichzeitig eine Motivation zum Aufsuchen des POS zu bieten.

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Ehrlich

Eine interessante Form, das Social Web mit klarer Ausrichtung auf den POS zu bespielen, liefert ein Ford-Händler in den USA, Lebanon Ford, Ohio. Junior-Chef Jeff Cryder vermeidet es, Social Media als Kommunikationskanal so zu behandeln, als mache das Autohaus einen TV- oder Radio-Spot.

Ford Lebanon will mit seiner Social-Web-Aktivität nicht so sehr verkaufen, vielmehr kontinuierlich und nachhaltig Engagement für den Kunden beweisen. Mit exklusivem Content und aufmerksamkeitsstarken Beiträgen, mit persönlichem Stil wird Corporate Identity entwickelt und gestärkt. Wichtig ist, dass alle Mitarbeiter mitmachen, zumindest aber hinter der Social-Web-Strategie ihres Autohauses stehen.

Mutig

Unternehmen, die im Social Web den Dialog suchen, vitalisieren ihre Marken. Denn eine moderne Marke lebt nicht mehr allein von überlieferten Markenwerten, sondern gerade auch durch die aktuelle Einstellung der Konsumenten zu „ihrer“ Marke. Der Mut von Markenmanagern, Marken zu dialogisieren, wird sich in einer stärkeren Kundenbindung auszahlen.