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Fußballer und Intelligenz:

Flanke, Köpfchen, Tor?

„Wir sind eine gut intrigierte Truppe“ – mit Kommentaren wie diesem (Lothar Matthäus) nährte so mancher Spitzenfußballer das Vorurteil, Intelligenz und Torinstinkt seien zwei recht ungleiche Paar Schuhe – weit gefehlt.

Flanke, Köpfchen, Tor?
Tore per Kopfball? Fußballstars können das. Doch wer bei der Flanke vorm Tor besonders hoch steigt, ist noch nicht automatisch hochintelligent. Schwedische Wissenschaftler haben jetzt allerdings nachgewiesen, dass – neben besonderer Fitness und Körperbeherrschung – die kognitiven Fähigkeiten darüber entscheiden, ob ein Fußballer zum Spitzenfußballer reifen kann. Das Team um Neuroforscher Predrag Petrovic unterzog dazu Fußballer einem Standardtest der Kognitionsforschung. Verglichen wurden 14 Spieler der höchsten schwedischen Liga, weitere Spieler aus der zweiten und dritten Liga sowie eine Standardgruppe aus Nichtsportlern. Zwischen den hier registrierten hohen Werten und dem dann über zwei Jahre begleiteten erfolgreichen Verlauf von Fußballkarrieren (inklusive der Zahl erzielter und vorbereiteter Tore) zeigte sich ein eindeutiger Zusammenhang.
Als entscheidend erwies sich im Test die Leistungsfähigkeit „exekutiver Funktionen“, mit denen der Mensch Verhalten und Planung permanent auf sein wechselndes Umfeld abstimmt. Dazu gehören flexible Wahrnehmung, Reaktionsgeschwindigkeit und Kreativität. Fußballer-Größen wie Andreas Brehme („Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“) oder Kevin Kuranyi („Viele sehen es negativ, dass wir schlecht gespielt haben“) waren allerdings nicht in die Studie eingebunden.


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