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Fuhrpark und Energieeinsparung

Erster Schritt: Druck machen!

Inzwischen leiden Fuhrparkmanager schon, wenn sie das Wort „Benzinpreis” nur hören. Was lässt sich gegen die Preisexplosion bloß tun? Klar: Neufahrzeuge helfen Treibstoff einzusparen. Aber kann man auch mit überschaubaren Maßnahmen die explodierenden Kosten im Zaum halten? Ein erster Schritt ist vielfach schon die Erhöhung des Reifendrucks.

Erster Schritt: Druck machen!
Fuhrparkmanager sollen für ihr Unternehmen ein Optimum an Mobilität sichern – und das natürlich so günstig wie nur möglich. Bei den heutigen Sprit-, Fahrzeug- und Versicherungskosten eine echte Herausforderung. Wie so oft verhilft nur ein Bündel intelligenter Lösungen zu spürbaren Kostensenkungen. Da bleibt die eine oder andere Einsparmöglichkeit leicht unerkannt. Systematisches Sparen setzt darüber hinaus immer eine Teamleistung voraus: Idealerweise sollten Geschäftsleitung, Fuhrparkmanagement und Einkauf an einem Strang ziehen.

Oberste Spardevise: Transparenz schaffen! Erst der systematische Überblick erlaubt konkrete Zielvereinbarungen und Umsetzungsstrategien. Erprobte Software zur professionellen Fuhrparkverwaltung ermöglicht beispielsweise bei verringertem Zeiteinsatz systematisierte Reporting-Leistungen, unter anderem zu Kilometerständen, Laufleistungsvereinbarungen und -kontrollen, Fahrerwechseln, anstehenden Rechnungen, relevanten Terminen wie HU/AU und auslaufenden Gewährleistungen sowie Kostenauswertungen in Cent pro Kilometer. Entsprechende Reporting-Lösungen sollten übrigens autark funktionieren – auch, um unabhängig von Leasinggebern und anderen Anbietern agieren zu können.

Ist die nötige Transparenz vorhanden und haben sich Geschäftsführung, Einkauf und Fuhrparkmanagement gemeinsam auf Ziele, Vereinbarungen (meist in Form einer Car Policy) und gegebenenfalls auch Investitionsbudgets verständigt, kann sofort der Blick auf die Details folgen: Lohnt sich beispielsweise der Wechsel auf sogenannte „Energiesparreifen“, mit denen man angeblich signifikante Energie- und Kosteneinsparungen erzielt? Auf breiter Front sicherlich nicht – daran lassen verschiedene Tests (VOX, Auto Motor und Sport) zweifeln: Entweder offenbarten „Spritsparer“ wie zum Beispiel der Michelin Energy Saver und Goodyear Efficient Grip speziell auf nasser Fahrbahn schlechtere Bremsleistungen als gute konventionelle Reifen. Oder sie erwiesen sich als „Mogelpackung“ wie der Pirelli P6: Der kombiniert gute Bremsleistungen mit einem Rollwiderstand, der dem herkömmlicher Reifen entspricht. Spritersparnis? Leider nicht mehr wahrnehmbar! Eine Ausnahme identifizierte der gemeinsame Sommerreifen-Test des GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) und des ACE (Auto Club Europa): Der Continental PremiumContact 2 überzeugte hier mit guten Bremswerten und zugleich geringem Rollwiderstand. Auch ADAC und Stiftung Warentest bewerteten ihn mit „gut“.

Druck machen!

Bei Pool-Fahrzeugen haben Fuhrparkmanager meist weiterreichende Gestaltungsmöglichkeiten als bei Einzelpersonen zugewiesenen Firmenwagen. Zum Beispiel beim Thema Reifendruck: Fahren Autos mit 0,4 Bar weniger als empfohlen, erhöht sich der Kraftstoffverbrauch um zwei Prozent. Die Lebensdauer des Reifens reduziert sich dagegen – um 30 Prozent! Fehlen gar 0,6 Bar, steigt der Verbrauch bereits um vier Prozent und die Lebensdauer sinkt um 45 Prozent! Laut einer Studie des Reifenherstellers Bridgestone ist etwa jedes 13. Fahrzeug mit bis zu 0,5 Bar zu wenig Luftdruck unterwegs. Entsprechend sinnvoll sind kontinuierliche Reifendruckkontrollen. Gemäß EU-Direktive müssen ab 2014 alle Neuwagen ab Werk mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgerüstet sein.

Einen wirklich mächtigen Hebel, um Kosten und Umweltbelastung ihres Fuhrparks von insgesamt 3.000 Fahrzeugen zu senken, nutzt die HypoVereinsbank, Mitglied der UniCredit Group: „Wir haben in unserer Car Policy bereits zum 1. Januar 2011 eine CO2-Obergrenze von 160 Gramm eingezogen“, erklärt Andreas Grausam, dortiger Leiter Mobility Management. „Zum 1. August dieses Jahres haben wir die Grenze auf 130 Gramm CO2 gesenkt, um möglichst effiziente Fahrzeuge mit geringem Durchschnittsverbrauch einzusetzen. Für das Top-Management gelten geringfügig höhere Grenzen. Bei unseren Pool-Fahrzeugen haben wir die CO2-Grenze bereits vor zwei Jahren auf weniger als 100 Gramm CO2 gesenkt und achten bei der Auswahl unserer Fahrzeuge darauf, dass wir diesen Wert so weit wie möglich unterschreiten.“ Darüber hinaus hat die HypoVereinsbank in ihrer Car Policy festgeschrieben, dass ab einer jährlichen Laufleistung von 25.000 Kilometern ausschließlich verbrauchsarme Dieselfahrzeuge zu nutzen sind. Und kann ein Unternehmen auch auf das individuelle Fahrverhalten einwirken? „Wir veröffentlichen intern drei Mal jährlich einen Mobility Newsletter“, erläutert Grausam. „Mit dem informieren wir unsere Fahrzeugnutzer regelmäßig über aktuelle Energie- und Effizienzthemen wie zum Beispiel den Reifendruck.“ Zweifellos eine sowohl nachhaltige als auch ganzheitliche Strategie: Durch so viel Konsequenz erfasst die HypoVereinsbank die komplette Flotte – und „erzieht“ sowohl zum Sparen als auch zu konsequenter CO2-Optimierung. Das wird nicht jedes Unternehmen nachmachen können und wollen, aber das Beispiel zeigt, welches Potenzial im Fuhrpark steckt: Umweltschutz, Corporate Governance und Kostenersparnisse passen perfekt zusammen – wenn die Kommunikation stimmt und die entsprechenden Zielvereinbarungen für alle gelten.

Sprit sparen – Kosten senken:

  • Fahrweise überprüfen: früh hochschalten und vorausschauend fahren, um Stillstände zu vermeiden.
  • Spritspartraining anbieten.
  • Kurze Strecken per Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen.
  • Unnötigen Ballast aus Fahrzeugen entfernen: 100 Kilogramm mehr an Bord kosten 0,2 bis 0,5 Liter pro 100 Kilometer.
  • Hohe Geschwindigkeiten erhöhen den Verbrauch drastisch.
  • Auf überdimensionierte Felgen verzichten.
  • Wartungsintervalle einhalten: Alte Zündkerzen und verstopfte Luftfilter erhöhen den Verbrauch.
  • Navigationsgeräte auf aktuelles Kartenmaterial updaten und den Öko-Modus (bzw. „kürzere Zeit" oder „geringen Kraftstoffverbrauch") nutzen.
  • Die Klimaanalage steigert den Verbrauch bei den hiesigen Klimaverhältnissen um circa 10 Prozent (im Jahresdurchschnitt um 5,4 Prozent). Empfehlung: Schattenplätze bevorzugen, „vorkühlen“ per offenem Fenster, Klimaanlage bereits einige Minuten vor dem Anhalten ausschalten.
  • Im Vergleich zu „normal Super“ erhöht „E10“ den Verbrauch.