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Die Zukunft des Geldes ist die Zukunft des Goldes

Im September 2008 gab die Investmentbank Lehman Brothers ihre Insolvenz bekannt. Das führte in der Folge global zu schwersten Rezessionen. Das internationale Kredit- und Geldsystem konnte nur durch das Ausweiten der Geldmenge stabilisiert und vorläufig gerettet werden. Die Zentralbanken demonstrierten, dass sie die Zahlungsfähigkeit von Schuldnern jederzeit und in vollem Umfang garantieren können, wenn das politisch gewünscht wird. Für Sparer und Anleger hat diese Politik allerdings verheerende Konsequenzen.

Die Zukunft des Geldes ist die Zukunft des Goldes
Oliver Macho
Dipl. Wirtschaftsingenieur
Plansecur Beratung München
 
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Die Zukunft des Geldes ist die Zukunft des Goldes
Dipl. Wirtschaftsingenieur – Plansecur Beratung München
Oliver Macho: In den vergangenen Monaten war der Goldpreis sehr volatil und hat von seinem Höchstkurs bis zu 35 % verloren, aktuell hat er sich wieder etwas erholt. Viele Experten raten dennoch zum Verkauf von Gold. Wie soll sich Ihrer Meinung nach der Anleger verhalten?

Herwig Weise: Der Anleger sollte für sich die entscheidenden Fragen im Bezug auf Gold klären: Sind die Gründe, Gold zu besitzen, durch den im April 2013 eingeläuteten Preisverfall mit verfallen? Hat irgendeine Notenbank verkündet, die allein seit 2007 weltweit zur Rettung gescheiterter Banken und gescheiterter Staaten gedruckten 12 Billionen USD wieder einzusammeln oder gar zu vernichten? Nein!

Meines Erachtens sollte sich jeder Investor der Tatsache bewusst sein, dass wir gerade das größte geldpolitische Experiment der Menschheit miterleben, in dem versucht wird, ein Überschuldungsproblem mit Gelddrucken und noch mehr Schulden zu lösen.

Wer jetzt Edelmetalle erwirbt, versucht sich vor dem Scheitern dieses Experiments zu schützen, weil Gold letztendlich (schuldenfreies) Geld ist. Dessen ist sich selbst der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan bewusst, der einmal sagte, dass Gold die „höchste Zahlungsform der Welt repräsentiert“ und Papiergeld im Extremfall von niemandem entgegengenommen wird. Gold dagegen wird immer angenommen.

Wer bereit ist, die fragile Situation des Weltfinanzsystems realistisch zu betrachten, sollte sich dann nicht von etwaigen Preisbewegungen irritieren lassen, sondern diese nutzen.

Oliver Macho: Gold ist knapp, die gesamte weltweit verarbeitete Goldmenge passt in einen Würfel von 20 m Kantenlänge. Wie bedeutsam ist diese Knappheit für die zukünftige Entwicklung des Goldpreises?

Herwig Weise: Wenn die Berechnungen des World Gold Councils stimmen, sprechen wir dabei über ca. 175.000 Tonnen Gold, welches derzeit in Form von Schmuck, Barren oder Münzen weltweit verteilt ist. Dem können Sie als Ergebnis der Goldminenproduktion jährlich – mit sinkender Tendenz – ca. 2.800 Tonnen hinzufügen. Gold ist grundsätzlich nicht wirklich knapp, aber die Menge ist aufgrund der geringen und aufwendigen Minenförderung eben nicht beliebig vermehrbar.

Für die Goldpreisentwicklung ist im Moment noch fast allein die Spekulation an den Terminmärkten entscheidend. Doch die mit dem Preisverfall des Goldes einsetzende enorme physische Nachfrage insbesondere aus Asien in den letzten Monaten könnte – sollte sich der Trend weiter verstärken – dazu führen, dass nicht mehr länger Papiergoldwetten, sondern langfristig die Nachfrage nach physischem Gold den Preis des Goldes bestimmen könnte.

Den entscheidenden Grund dafür formulierte einmal der Ökonom Wilhelm Röpke treffend: „Keine Wette war in den Jahrhunderten der Währungsgeschichte sicherer zu gewinnen als die, dass das eine Goldstück, das der Inflationspolitik der Regierungen unzugänglich ist, seine Kaufkraft besser bewahren würde als eine Banknote.“
Oliver Macho: Die Aufteilung des Vermögens auf mehrere Anlageklassen hat als ein Ziel die Diversifikation des Vermögens. Welche Rolle spielt Gold in einer solchen Asset Allocation?

Wir sind davon überzeugt, dass Gold, aber auch Silber im heutigen Umfeld ein wichtiger Baustein in einem diversifizierten Portfolio sein sollten.

Oliver Macho: Welche Prognose geben Sie hinsichtlich der weiteren Entwicklung unseres heutigen Kreditgeldsystems?

Herwig Weise: Wir leben ja tatsächlich seit 1971 in einem ungedeckten Geldsystem, in dem neues Geld durch neuen Kredit entsteht und von daher fast beliebig vermehrbar ist. Nur weil die Geldschöpfung so simpel ist, konnte beispielsweise die Geldmenge allein in den 34 OECD-Staaten seit 1980 auch um über 1.900 % wachsen.

Dementsprechend sind die Schulden von Staaten, Verbrauchern und Unternehmen exponentiell angeschwollen und befinden sich heute auf Niveaus, die in der Geschichte ohne Beispiel sind. Unser gesamtes Wirtschaftssystem beruht auf der Illusion, mit immer neuen Krediten immer weiteres Wachstum erzeugen zu können. In der Finanzkrise hat dieses Unterfangen nun auch noch eine beispiellose Beschleunigung erfahren, wobei das Ergebnis – ein Anstieg der Staatsschulden in den G7-Staaten seit 2007 um rund 18 Billionen USD und ein Wachstum des G7-Bruttoinlandsprodukts um nur 1 Billion USD – den Wahnsinn und die Hybris der „Retter“ plakatiert.

Der Ökonom Ludwig von Mises hat bereits 1922 die systemischen Probleme eines Kreditgeldsystems analysiert: „Es gibt keine Möglichkeit, den endgültigen Einbruch eines Booms zu verhindern, der durch eine Kredit (Schulden) Expansion hervorgerufen wurde. Die Alternative ist nur, ob die Krise früher kommt, als Folge einer freiwilligen Abkehr von einer weiteren Kredit (Schulden) Expansion, oder später, als endgültige und vollständige Katastrophe im betroffenen Währungssystem.“

Herwig Weise
Herwig Weise, Jahrgang 1965, ist gelernter Bank- und Diplom-Kaufmann. Gemeinsam mit Martin Mack gründete er noch während seines Studiums 1989 die Mack & Weise Vermögensverwaltung. In den vergangenen Jahren haben sich Mack & Weise einen Namen als erfolgreiche Querdenker gemacht. Ihre in zahlreichen Studien veröffentlichten Einschätzungen des Marktes und seiner Entwicklungen folgen selten dem Mainstream. Als Kenner der Österreichischen Schule der Ökonomie haben sie die Finanzkrise von 2008 vorhergesehen.