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Social Media in Unternehmen:

Den Kinderschuhen entwachsen

Die Budgets für Social-Media-Aufwendungen wachsen weiter. Und mehr Unternehmen als im Vorjahr kaufen sich diesbezüglich Services professioneller Agenturen ein. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Social Media in Unternehmen“, realisiert vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Social Media wird erwachsen. Doch wie funktioniert die sinnvolle Integration im Unternehmen für die interne und externe Kommunikation?

Den Kinderschuhen entwachsen
Stefan Pfeiffer
Marketing Lead Social Business Europe
IBM Deutschland
 
Telefon: 49 (0)7034-643-1233
Telefax:
E-Mail: Stefan.Pfeiffer@de.ibm.com
 
Adresse: www.ibm.com/de
 
 
Den Kinderschuhen entwachsen
Marketing Lead Social Business Europe bei IBM Deutschland
„Soziale Medien“ beziehungsweise „Social Media“ – unter diesen gleichbedeutenden Namensvarianten geben die einen ihrer Hoffnung Ausdruck, dem Internet ein soziales Gesicht und soziale Strukturen zu geben. Die anderen verstehen darunter eine spielerische Art der Online-Freizeitgestaltung: Man tobt sich aus auf Facebook, in Blogs oder Twitter, hat eventuell Spaß, verschwendet aber in jedem Fall viel Zeit. Doch längst haben die Sozialen Medien auch die Unternehmenskommunikation erfasst: Die Art und Weise, wie Unternehmen kommunizieren, wie sich Mitarbeiter untereinander oder mit Kunden und externen Partnern austauschen, ändert sich. Der Hintergrund: Soziale Werkzeuge bieten mittlerweile Geschäftsvorteile – und haben sich in vielen Unternehmen schon als echte Innovationstreiber erwiesen. IBM prägte deshalb den Begriff „Social Business“.

Die Gründe dafür, sich Richtung zu bewegen, sind vielfältig: Mal kommt die Forderung vonseiten der Mitarbeiter, die sich auch im Arbeitsumfeld via sozialer Technologien direkt inhaltlich austauschen wollen. Oft geht es darum, dezentral operierende Teams informell zusammenzubringen oder Home Office und mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Und in jedem Fall wollen sich Unternehmen über stärker vernetzen.

Das Potenzial ist riesig, gerade wenn Mitarbeiter dezentral und in unterschiedlichen Zeitzonen an verschiedenen Standorten an inhaltlich anspruchsvollen Projekten arbeiten. Social Business hilft, Wissen zu recherchieren und zu bewahren, hilft aber auch, Mitarbeiter und externe Bezugsgruppen verstärkt zu involvieren und motivieren.

Wie klappt der Start ins Social Business?

Gute Planung und strategisches Vorgehen sind unverzichtbar. Wichtig ist, zunächst mit vergleichsweise leicht zu realisierenden Projekten oder Prozessen zu starten, dabei aber bereits echten Nutzen zu stiften. Zum Beispiel lässt sich mit Chat-Programmen der schnelle Informationsaustausch in Echtzeit zwischen Mitarbeitern fördern. Das verringert das E-Mail-Aufkommen. Oder man systematisiert mit der Einführung online verfügbarer Mitarbeiterprofile die Suche nach Expertenwissen im Unternehmen.

Fünf Tipps zum Start ins Social Business:

  • Projekte identifizieren, die sich schnell umsetzen lassen.
  • Unterstützung der Geschäftsführung einfordern.
  • Bei allen Beteiligten Geduld und Vertrauen fördern.
  • Neu geschaffene Tools direkt in den Arbeitsalltag integrieren.
  • Bei allen Maßnahmen: die Nähe zwischen unternehmensinterner und –externer Kommunikation bedenken.

Was sagt der Chef?

Auch wenn die neue Kultur des Zusammenarbeitens und Teilens von Wissen zunächst im Kleinen erfolgt, so bleibt sie dennoch ein Kulturwandel, der letztlich das gesamte Unternehmen betrifft. Deshalb ist Social Business Chefsache! Die Geschäftsführung sollte diesen Wandel offen und aktiv kommunizieren.

Unverzichtbar: Vertrauen und Orientierung

Es dauert, bis sich die Mehrheit der Mitarbeiter an eine neue Kultur des Austauschs und Zusammenarbeitens gewöhnt hat – und sie die Vorteile daraus erkennt. Social Business braucht deshalb Geduld und Vertrauen, insbesondere in die eigenen Mitarbeiter. Ist beides vorhanden, ist der Erfolg nur eine Frage der Zeit. Bis dahin empfiehlt es sich, den Entwicklungsprozess durch Richtlinien – nicht gemeint als Vorschriften, sondern als Orientierung – und interne Fürsprecher oder Trainer zu unterstützen. So können zum Beispiel Mitarbeiter, die privat mit Social Software und sozialen Medien bereits vertraut sind, unerfahrene Kollegen unterstützen.

Nicht jeder ist ein „IT-Freak“...

Zu bedenken ist auch die anwenderorientierte technische Umsetzung. Im Rahmen einer Social-Business-Initiative empfiehlt es sich beispielsweise, diese nicht nur der IT-Abteilung zu überlassen, sondern auch die Fachabteilungen von Anfang an einzubinden. Sie sollen schließlich später mit den neuen Werkzeugen umgehen. Und: Fachabteilungen wissen am besten, wie sie derzeit arbeiten und wie sie in Zukunft arbeiten wollen. Ratsam ist beispielsweise, die E-Mail als derzeit gängigstes Kommunikationsmittel eng mit den neuen Werkzeugen zu verzahnen – und so zu vermeiden, dass Mitarbeiter andauernd zwischen verschiedenen Anwendungen hin und her wechseln müssen. Eine „Social Inbox“ ist beispielsweise eine Lösung, in der alle Nachrichten aus den verschiedensten internen und externen Quellen zusammenlaufen und auch direkt bearbeitet werden können. Die hier skizzierte Form unternehmerischer Kommunikation ist trotz ihrer vielen Facetten ganzheitlich zu denken und zu praktizieren. Soziale Medien und Social Software wachsen zu einem integralen Teil der Arbeitswelt heran – und tragen ganz erheblich zu unternehmerischen Erfolgen, heute und morgen, bei.

Stefan Pfeiffer
Stefan Pfeiffer ist verantwortlich für das Marketing der Social-Business-Produkte der IBM in Europa. Er lebt „social“ nicht nur intern in der IBM, sondern auch als aktiver Blogger auf DigitalNaiv.com und anderen Plattformen. Im Oktober 2011 hat er sein Buch „Das soziale Zeitalter“ publiziert. Vor seiner Zeit bei IBM arbeitete Stefan Pfeiffer für den amerikanischen Enterprise Content Management-Anbieter FileNet, und davor war Pfeiffer für die MIS AG (Darmstadt) tätig und verantwortete dort unter anderem das Profit Center Knowledge Management und Workflow. Der ehemalige Journalist beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren in verschiedenen Funktionen – vom Projektmanager bis zum Marketingleiter – mit den Themen Social Business Collaboration, Knowledge Management, Enterprise Content Management und Business Process Management.
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