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Universal-Theorie:

Das Universum: Nur ein Computer?

Der deutsche Erfinder und Ingenieur Konrad Zuse (1910 – 1995) war Schöpfer des ersten frei programmierbaren Computers. Schon in den 1940er Jahren präsentierte er eine fantastisch anmutende Idee: Ist der Kosmos nichts als eine gigantische „Rechenmaschine“?

Das Universum: Nur ein Computer?
Etliche Kreisläufe in der Natur laufen mit der Präzision eines Uhrwerkes ab: die 24-stündige Umdrehung der Erde um ihre eigene Achse, planetarische Laufbahnen und eine Menge anderer Erscheinungen unseres Kosmos. Tatsachen, die Forscher wie Konrad Zuse annehmen lassen, dass unser Leben und unsere Wahrnehmung Teil eines programmierten Systems sein könnten.

Wenn diese Vermutung stimmt, würde die gesamte Realität nach einem geheimnisvollen Algorithmus ablaufen, ähnlich einem Computerprogramm, das wieder und wieder auf den darunterliegenden Bausteinen von Zeit und Materie ausgeführt wird. Jürgen Schmidhuber, Kodirektor des Schweizer Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz IDSIA, schlägt eine algorithmische Theorie für Alles vor. Er nimmt an, dass vor langer Zeit der Große Programmierer ein Programm geschrieben habe, das alle möglichen Universen auf seinem großen Computer abspiele. Jedes Universum entwickele sich auf einer separaten Zeitskala. Und jeder Zustand eines Universums zu einem bestimmten Zeitpunkt könne mithilfe einer endlichen Anzahl von Bits beschrieben werden.
Schmidhuber fragt sich: Wenn wirklich alles berechenbar ist, welches ist dann das Programm für unsere Welt? Schon 1997 wies Schmidhuber darauf hin, dass nur das einfachste Programm in der Lage wäre, nicht nur unseres, sondern alle Universen zu berechnen. Sollten wir wirklich alle in einem riesigen Computer leben, so ständen die Naturwissenschaften, einschließlich der traditionellen Biologie, Physik und Chemie, vor einer dramatischen „Quantenrevolution“. Ähnliches dürfte für das menschliche Selbstverständnis gelten. Hat Schmidhuber recht, stehen wir sogar an der Schwelle, das „Problem der optimalen induktiven Inferenz“ zu lösen: Die Zukunftsvorhersage anhand bisher beobachteter Daten ließe sich perfektionieren. Und der freie Wille? Er wäre vermutlich eine Art Computerspiel: macht Spaß, wäre aber weniger wichtig.


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