Inhaltsverzeichnis schließen

Inhaltsverzeichnis

Geld

Das liebe Geld

Mieten oder Kaufen? Wozu heute noch Kleingeld? Wie erleichtere ich meinem Kind den Umgang mit Geld? - Diesen Fragen haben wir nachgespürt.

Das liebe Geld

Mieten oder kaufen? Bauchentscheidung und Rechenexempel

Wer jetzt kein Haus kauft oder keine Wohnung, verpasst die Chance seines Lebens, behaupten derzeit einige Baufinanzierer, Bausparkassen und Bauunternehmen. Angesichts historisch niedriger Zinsen bei Laufzeiten zwischen 5 und 20 Jahren deutlich unter 5 % erscheint diese Aussage absolut plausibel. Wir sehen uns also schon als stolze Grundeigentümer im Garten beim Sonntagskaffee oder auf unserer Dachterrasse mit herrlichem Blick auf die Stadt. Der kleine Schönheitsfehler: Die Preise für Häuser und Wohnungen sind in den vergangenen zehn Jahren dramatisch gestiegen, vor allem in den Großstädten: in Dresden um 20 %, im Rhein-Main-Gebiet mit Frankfurt 40 %, in Hamburg und Berlin um über 60 % und in München gar um mehr als 80 %.

Ob es sich lohnt zu kaufen, ob wir den Kauf stemmen können – ohne den Gürtel enger zu schnallen –, ist mit einer einfachen Faustregel zu ermitteln: Die Mietkosten in den nächsten 20 Jahren sollten den Preis eines vergleichbar großen Hauses bzw. einer Wohnung überschreiten. Ist das nicht der Fall, wäre Mieten von Vorteil, zumal wir keine Zinsen, so niedrig sie heute auch sein mögen, zahlen.

Musterrechnung
Für ein Annuitätendarlehen von 200.000 Euro zzgl. Nebenkosten von 25.000 Euro, darin enthalten sind z.B. Maklerprovision, Grunderwerbssteuer sowie Notar- und Gerichtskosten, zahlen die Darlehensnehmer bei einer Laufzeit von 20 Jahren, einem Sollzinssatz von 2,5 % und einer Tilgung von 3 % insgesamt 72.000 Euro Zinsen. Nach 20 Jahren Zins- und Tilgungszahlungen (monatliche Darlehensrate ca. 1.000 Euro) verbliebe eine Restschuld von ca. 50.000 Euro, die mit einer Sondertilgung beglichen werden könnte, z. B. einer Kapitallebensversicherung. Unter dem Strich würde die gerechnete Musterimmobilie um die 300.000 Euro kosten. Wer sich eine höhere Tilgungsrate leisten kann (4 %), ist bei einer Darlehensrate von monatlich ca. 1.200 Euro schon nach 20 Jahren schuldenfrei! Tipp: Einsatz von Eigenkapital verringert die Abtragszahlungen spürbar.

Fazit:
Der Darlehensnehmer wohnt nach Rückzahlung des Darlehens im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung, hat Vermögen aufgebaut und verfügt ab diesem Zeitpunkt über mehr Liquidität, weil die monatliche Darlehensrate entfällt. Der Mieter zahlt weiterhin Miete. Welcher Wohntyp sind Sie?

Kleingeld-Diskussion: Ein- und Zwei-Centstücke nerven.

Kennen Sie doch auch: Reichtum kann eine Belastung sein. Oder: Schulden ziehen einen runter. Eine neue Variante der Liaison zwischen Geld und Schwerkraft ist die aktuelle Diskussion um unser Kleingeld. Ein- und Zwei-Centstücke machen Portemonnaies zu Wackersteinen, weil praktisch kaum einsetzbar. Und wenn wir mit den kleinen Münzen dennoch zahlen, sind die Zeitgenossen im Supermarkt genervt, wenn wir der Kassiererin Ein-Cent-Münzen vorzählen, um einen Schokoriegel zu erwerben.

In einer aktuellen Umfrage hatten sich deshalb 53 % von 1.000 Befragten dafür ausgesprochen, die kleinen Geldstücke aus dem Verkehr zu ziehen. Nur ein gutes Viertel will sie behalten. Die Deutsche Bundesbank konnte das nicht glauben und gab eine eigene Befragung in Auftrag.

„Die deutsche Bevölkerung hat nach unseren Untersuchungen eine positive Einstellung zu Kleinmünzen”, sagte Notenbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele erleichtert. Die Mehrheit sei gegen eine Abschaffung der kupferfarbenen Geldstücke!

Allerdings räumte auch Thiele ein, dass ein Großteil der Ein- und Zwei-Centstücke verloren gehe oder zwecks Entlastung der Geldbörsen im Einmachglas gehortet werde. Kleingeld sei für die Abwicklung unseres Zahlungsverkehrs weiterhin unverzichtbar. Die Bundesbank muss immer wieder neue Münzen prägen, weil die Geschäfte frisches Wechselgeld brauchen.

Guthabenkarte: Sehr gut für Kinder

Handys, Kino, Konzerte, Kleidung, Internet – Konsummöglichkeiten und Gelegenheiten zum Geldausgeben gibt es für unsere Kinder mehr als genug. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, kann es sinnvoll sein, eine Prepaid-Guthabenkarte anzuschaffen. Die Karten werden ohne Bonitätsprüfung auch an nicht kreditwürdige Personen wie Kinder ausgegeben, und diese lernen ohne Risiko, wie die Großen zu agieren. Guthabenkarten werden überall akzeptiert, wo auch Kreditkarten willkommen sind.

Der größte Vorteil der Guthabenkarte liegt in ihrer Transparenz. Einnahmen und Ausgaben sind jederzeit nachprüfbar. Regelmäßige Gespräche über die finanzielle Lage im Kreise der Familie helfen Kindern und Jugendlichen, den Wert des Geldes besser einzuschätzen oder Konsumentscheidungen so lange herauszuzögern, bis wieder „frisches“ Geld auf ihrer Karte eingegangen ist. So wird der Wunsch gefördert, das Taschengeld z.B. mit Baby-Sitting, Autowaschen oder Rasenmähen in der Nachbarschaft aufzubessern und das Leben schon früh in die eigene Hand zu nehmen.