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Das VDR-Präsidium:

Klarer Fall von Überzeugung

Travel Management ist eine anspruchsvolle Tätigkeit. Engagierte Verbandsarbeit auch. Wer beides auf sich nimmt, muss mit Überzeugung bei der Sache sein – so wie das Präsidium des VDR.

Klarer Fall von Überzeugung
Von links nach rechts: Volker Huber, Daniela Schade, Dirk Gerdom, Carsten Czub, Bernd Ruttloff, Hans-Ingo Biehl, Ralph Rettig
Frankfurt am Main, Darmstädter Landstr. 125, VDR-Zentrale, 9.30 Uhr: Ein Mal monatlich treffen sich hier sieben beruflich erfolgreiche Menschen, so auch heute, am 21. September. Was die sieben antreibt, ist weder sportliche Ambition noch Hobby: Es geht um den Verband – Präsidiumssitzung. Sechs von ihnen füllen im Alltag, jeder in „seinem“ Unternehmen, ganz normale berufliche Positionen aus – als angestellte Manager im Reisebusiness. Doch jetzt haben sie sich freigenommen, engagieren sich ehrenamtlich, diskutieren knifflige Fragestellungen im Bereich Geschäftsreisen, suchen nach innovativen Lösungen für die Herausforderungen eines großen Verbandes. Wer sich dieser Doppelbelastung freiwillig aussetzt, muss aus besonderem Holz geschnitzt sein. futuremynd wollte etwas genauer wissen, was die Präsidiumsmitglieder bewegt – und auch dafür nahmen sie sich Zeit.

„Mein Schlüsselerlebnis war die Teilnahme an einer VDR-Tagung 1994“, erinnert sich Daniela Schade. „Hier habe ich zum ersten Mal gesehen, wie vernetzt die Branche ist – das hat mich wirklich beeindruckt! Ende 1999 überzeugten mich dann Ralph Rettig und Anton Wüstefeld, für das VDR-Präsidium bei der Wahl im Jahr 2000 zu kandidieren. Ihr Versprechen: ‚Das bringt Spaß und ist auch gar nicht viel Arbeit!’. Das mit der Arbeit war leicht untertrieben, aber den Spaß habe ich immer noch!“ Nur zwei Jahre später war Daniela Schade dann zusammen mit Ralph Rettig für die erstmalige Erstellung und Gestaltung der „VDR-Geschäftsreiseanalyse“ zuständig. „Darauf bin ich stolz“, sagt sie, „und auch darauf, dass wir alle gemeinsam es geschafft haben, den Verband aus seinen anfänglichen Strukturen hin zu einem professionellen Wirtschaftsverband zu entwickeln.“

Daniela Schade (Supplier) ist Senior Vice President Commercial, Accor Hospitality Germany GmbH, München. Die 48-Jährige ist seit dem Jahr 2000 beim VDR und betreut hier den Bereich Marketing.



Tatsächlich war es die Pionierarbeit des VDR, welche Travel Management in Deutschland als relevante betriebswirtschaftliche Größe überhaupt sichtbar machte. Wirtschaftliche Erfolge haben viele Väter: Innovationskraft, Produkt- und Servicequalität, aber eben auch viele Millionen Geschäftsreisen! „Wer näher am Kunden ist, kann mehr und schneller verkaufen, besseren Service leisten und Nachfolgegeschäfte generieren“, betont Dirk Gerdom. „Das ist ein großer, oft sogar entscheidender Wettbewerbsvorteil.“ Auch deshalb geht es dem Verband und seinem Präsidium um den ungehinderten Geschäftsreise-Verkehr für die deutsche Wirtschaft – insbesondere für die annähernd 550 Mitgliedsunternehmen des VDR.

Der gelernte Reiseverkehrskaufmann Gerdom arbeitete nach Abitur, Bundeswehr und absolviertem BWL-Studium zunächst als Programmierer, wurde dann Global Mobility Manager bei SAP, Walldorf. Er versteht sich zugleich als Pragmatiker und Visionär. Um gemeinsame Ziele zu erreichen, übernimmt der Vater einer vierjährigen Tochter gerne die Führungsrolle. „Veränderungen zum Besseren lassen sich nur durch aktive Mitarbeit erreichen“, so Gerdom. „Ehrenamtliche Arbeit ist dabei extrem wichtig und bringt allen Marktteilnehmern Vorteile. Hierbei an der Spitze des Verbandes zu stehen, ist besonders reizvoll, da dies viele Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Der VDR analysiert schließlich die Rahmenbedingungen für geschäftliche Mobilität sowohl von der Einkäufer- als auch von der Reisenden-Perspektive. Und er verfolgt das Ziel, diese mitzugestalten.“

Dirk Gerdom (Corporate) ist Senior Director and Head of Global Mobility, SAP AG, Walldorf und Präsident des VDR, dem er seit 2003 angehört. Der 46-Jährige leitet im VDR die Ressorts Lobbying, Politik, PR/Kommunikation.



„Der VDR ist eben der einzige Verband, der das Thema Geschäftsreise, auch im politischen Sinne, professionell besetzt“, erklärt Carsten Czub. „Als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik nehmen wir Einfluss auf zukünftige Rahmenbedingungen des Geschäftsreisens.“ Czub ist Maschinenbaumeister und kam 1995 als Seiteneinsteiger zum Travel Management bei der VEBA (heute EON). Neben seinen beruflichen und präsidialen Verpflichtungen zieht Czub außerdem auch noch ein MBA-Studium an der FH in Worms durch: Braucht dieser Mann eigentlich keinen Schlaf? „Doch“, grinst Czub, „aber nicht besonders viel.“ Czub hält wenig von sinnlosem Delegieren und viel vom gemeinschaftlichen Gestalten – ehrenamtlich, aber immer mit Leuten aus der Praxis für die Praxis. Und diese Praxis hat für ihn im VDR mindestens zwei Seiten: „Im VDR treffen sich Travel Manager und Marktpartner“, so Czub, „um Trends der Branche zu diskutieren und gemeinsame Lösungen für Hindernisse im Markt zu finden.“

Carsten Czub (Corporate) ist Director Travel Center Deutschland / CSO Chief Security Officer (Alternate) für die GEA Westfalia Separator Group GmbH, Oelde. Der 47-Jährige ist seit 2010 beim VDR und im Präsidium. Er betreut das Ressort Veranstaltungen, Aus- und Weiterbildung.



„Travel Manager“, „Marktpartner“ – wie geht das eigentlich in einem Verband zusammen? Gibt es da nicht Interessenkonflikte? Fakt ist, dass zu den Mitgliedern im VDR sowohl so genannte „Corporates“ gehören – also insbesondere Travel Manager – als auch so genannte „Supplier“ – Mitarbeiter von Unternehmen, welche Dienstleistungen am vielfältigen Markt für Geschäftsreisen erbringen. Insofern stehen sich die Wünsche der Corporates und der Supplier eigentlich diametral gegenüber: Erstere streben den kostenoptimierten Einkauf von Geschäftsreisen samt Hotelbetten und Tagungsmöglichkeiten an, Letztere den profitablen Verkauf genau dieser Leistungen. Doch im VDR funktioniert der vielfältige Interessenausgleich. Ein Wunder?
„Beim VDR haben sich Corporates und Supplier zusammengerauft“, erklärt VDR-Schatzmeister Bernd Ruttloff. „Alle Beteiligten arbeiten kontinuierlich an einer Win-win-Situation für alle Teilnehmer des Geschäftsreisemarktes. Letztlich profitiert davon die gesamte Volkswirtschaft.“ Ruttloff ist dienstältestes Mitglied im Präsidium. Wie so viele der VDR-Aktiven fand er einst durch persönliche Empfehlung zum Verband. „Ein scheidender Kollege sprach mich an, ob ich die Interessen des Unternehmens im VDR wahrnehmen wolle“, erinnert er sich. Ruttloff wollte und wurde 1994 auf einer Außerordentlichen Jahreshauptversammlung ins Präsidium gewählt. Aus anfänglichem Pflichtbewusstsein wuchs die Freude, einen einzigartigen Wirtschaftsverband mitgestalten zu können. Was Ruttloff dabei besonders gefällt, ist „der intensive, vielfach freundschaftliche Austausch von Travel-Experten, über alle Unternehmensgrenzen hinweg“.

Bernd Ruttloff (Corporate) ist Leiter Team Mobility der HOCHTIEF Solutions AG, Essen. Als VDR-Schatzmeister betreut er den Bereich Finanzen. Der 61-Jährige gehört dem VDR bereits seit 1994 an.

An einem Tisch: Corporates und Supplier

Dass Corporates und Supplier innerhalb eines Verbandes organisiert sind, erweist sich bereits seit der Gründung des VDR im Jahr 1974 als zielführend. Ob strategischer Einkauf von Reiseleistungen, Umsatz¬steuerung oder Kosten- und Prozessoptimierung: Die Suche nach der jeweils nachhaltig überzeugendsten Lösung im Bereich Travel Management gelingt gemeinsam am besten. Auch das Präsidium selbst spiegelt übrigens die spezielle Mitgliederstruktur des VDR wider: Vier der sieben Mitglieder sind Corporates, zwei gehören zu den Suppliern.

So mancher in Verband und Branche nennt Präsidiumsmitglied Volker Huber schon mal liebevoll „Huberini“ – eine kleine Anspielung auf seine Begabung als Zauberer und „Meister der Illusionen“. Im Verband allerdings orientiert sich Huber glasklar an den Realitäten. Huber geht es insbesondere um Ausbildung und Prozessoptimierung. Die VDR-Akademie ist ihm dabei eine Herzensangelegenheit. 2011 wirkte er bei der Überarbeitung des Berufsbilds der Reiseverkehrsleute in Zusammenarbeit mit dem Deutschen ReiseVerband (DRV) federführend mit. Ebenso bei der Schaffung des Fachwirts (m/w) für Geschäftsreise- und Mobilitätsmanagement (IHK) 2012. „Mit diesen Neuerungen wird es gelingen, immer mehr qualifizierte Fach- und Führungskräfte auszubilden“, ist sich Huber sicher. „Qualifiziert ausgebildet, kann der Einzelne auch den sich rasch ändernden Anforderungen berufsbedingter Mobilität gerecht werden und dem Travel Management der Unternehmen effektiv zuarbeiten.“

Volker Huber (Supplier) ist President Americas, Asia Pacific and Global Sales bei AirPlus. Im VDR-Präsidium ist der 46-Jährige seit 2004. Sein dortiger Zuständigkeitsbereich: Aus- und Weiterbildung. Im Juli 2012 zog Huber für AirPlus nach Washington DC um. Er ist nach wie vor voll in der Präsidiumsarbeit engagiert. Aufgrund seiner Versetzung wird er jedoch bei den Neuwahlen im Frühjahr 2013 nicht mehr für ein Amt im VDR kandidieren.


National und international

Am zügigen Ausbau der internationalen Kontakte ist VDR-Vizepräsident Ralph Rettig schon deshalb interessiert, „um die Standards für einen globalen und fairen Wettbewerb in der Reise-Industrie sicherzustellen“. Deshalb tritt er seit Anbeginn für starke internationale Beziehungen ein. Rettig, den man am Wochenende regelmäßig im Stadion seines Lieblingsvereins Mainz 05 antrifft, macht sich stark für umweltschonende Geschäftsreisen, aber auch für intelligente Alternativen, wie zum Beispiel Video-Telefonkonferenzen. In einem Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt relativierte er allerdings die Zukunftsaussichten rein virtueller Business-Kontakte: Um Vertrauen aufzubauen und Kompetenz zu demonstrieren, bedürfe es nach wie vor der Face-to-Face-Kommunikation. Geschäftsanbahnung und Kundenpflege erfolgen von Mensch zu Mensch und würden niemals altmodisch. Beides bedürfe auch in Zukunft des persönlichen Kontakts und der Geschäftsreise. „Der Glamour des Geschäftsreisens ist vielleicht verblasst, aber an deren Notwendigkeit wird sich nichts ändern.“

Ralph Rettig (Corporate) ist Senior Manager Corporate Travel Management bei der ZF Friedrichshafen AG und Vizepräsident des VDR. Der 48-Jährige, bereits seit 1997 beim VDR aktiv, kümmert sich hier neben den wichtigen Themen Rahmenbedingungen Flugverkehr, Lobbying und Politik auch um die internationale Positionierung des VDR.



VDR-Hauptgeschäftsführer Hans-Ingo Biehl ist als einziger in der Runde hauptamtliches Präsidiumsmitglied. Eine seiner Aufgaben sieht er „in der Entlastung der ehrenamtlichen Kollegen. Das ist Herausforderung und Chance gleichermaßen, weil ich in die Gestaltung der Verbandsarbeit direkt verantwortlich eingebunden bin.“ Biehl leitet beim VDR in Frankfurt am Main ein schlagkräftiges Team. „Wer wie der VDR die Rahmenbedingungen des Geschäftsreisens für 8,8 Millionen Geschäftsreisende mitbestimmt, muss auch zahlenmäßig ein großer Verband sein.“ Der aktive Tennisspieler, Golfer und Biker will deshalb zahlreiche neue Mitglieder, auch kleinere mittelständische Unternehmen, gewinnen. Davon verspricht er sich einen noch größeren wirtschaftlichen und politischen Einfluss – für den VDR und die von ihm vertretene Branche.

Hans-Ingo Biehl ist Hauptgeschäftsführer des VDR und Geschäftsführer der VDR-Service GmbH. Der 54-Jährige ist seit 2002 beim VDR und hier zuständig für die Bereiche Finanzen, Veranstaltungen, PR/Kommunikation und Marketing.

Zweifellos ein engagiertes Team, das hier im VDR-Präsidium versammelt ist. Und ob Corporate oder Supplier, in einem ist man sich sowieso einig: Der Bedarf an innovativen Lösungen im Travel Management bleibt hoch. Wie man solche Lösungen erzielt? Mitmachen.